Vorsicht Falle! bei der Einwanderung nach Kanada

Sie fragen sich nun vielleicht, warum es denn eine eigene Seite mit der Überschrift „Vorsicht Falle“ gibt?
Leider muss man sagen, dass es wie in jedem Lebensbereich auch hier Leute gibt, die mit den Träumen anderer Menschen Geld verdienen möchten, deren Unwissenheit ausnützen wollen oder sonst irgendwie Kapital aus der Naivität anderer schlagen möchte.

Mittlerweile musste ich Menschen kennenlernen, die auf solch zwielichtige „Berater“ hereingefallen sind, manche davon haben alles verloren, manche wurden mit Fußfessel abgeschoben, andere haben sich und insbesondere ihre Kinder in nahezu hoffnungslose Situationen gebracht.
Es ist mir ein Herzensanliegen, Sie davor zu bewahren. Und ich bin da nicht alleine. Auch der kanadische Staat hat ein Interesse daran, Menschen vor Betrug zu schützen.
Aber ganz von vorne. Zunächst sollten Sie die Seite „Auswandern nach Kanada“ gelesen haben, um zu verstehen, wie die Auswanderung in groben Zügen abläuft.
Nun gibt es Menschen, die Ihnen einreden wollen, sie hätten eine glorreiche Idee oder den 100% sicheren Weg, die Einwanderungsvorschriften zu umgehen oder die Ihnen dabei helfen können, ganz einfach ein Unternehmen zu gründen oder eine Arbeitsstelle zu beschaffen, wenn - und jetzt kommt der Haken, wenn Sie bereit sind, Ihnen dafür entweder ein paar Tausender zu bezahlen oder Ihnen ein Grundstück abzukaufen oder ähnliches zu deren Vorteil zu tun.

Und leider muss man feststellen, dass es nicht selten die eigenen Landsleute sind, die einen „übers Ohr hauen“. Ein enttäuschter Auswanderer sagte letztes Jahr zu mir: „Hüte Dich vor Sturm und Wind und Deutschen die im Ausland sind“.
Auch wenn das sicher sehr verallgemeinert ist, so gibt es dennoch ein paar, auf die das zutrifft.
Nachfolgend ein paar Hinweise/Beispiele:

Die häufigsten Maschen

Vorsicht Falle

Die Grundstücks-Masche

Ein weit verbreiteter Irrtum unter Auswanderungswilligen ist, dass man nur ein Grundstück in Kanada besitzen müsste und schon könnte man auswandern. Andere erzählten mir, man könnte ein Grundstück kaufen, ein Haus bauen und müsste dann zwei Jahre hier sein und dann wäre man berechtigt für die Permanent Residency. Dies nutzen einige Immobilienmakler oder Grundstückshändler aus.

Fakt ist jedoch, dass der bloße Besitz einer Immobilie überhaupt keinerlei Auswirkung hat. Dies können Sie nun selbst einschätzen, wenn Sie die Seite „Auswandern nach Kanada“ gelesen haben. Richtig, es gibt keine Auswanderungskategorie „Grundstücksbesitzer“.

Verstehen Sie mich nicht falsch, nicht alle sind so. Es gibt sehr verantwortungsvolle Leute, die ihr Geschäft ehrlich betreiben. Aber leider auch die anderen.

Hier mal ein Bericht aus meiner näheren Umgebung

Leuchte

Die Kinder-Kriegen-Masche


In Canada gilt: Wer hier geboren ist, ist Kanadier aufgrund Geburt. Nun kommen Leute auf die Idee, zur Geburt Ihres Nachwuchses nach Kanada zu reisen, das Kind hier zur Welt zu bringen und Schwups wäre die Einwanderung erledigt, denn schließlich ist der neue Erdenbürger ja nun Kanadier. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.

Der Sprössling ist zwar Kanadier – die Eltern jedoch nicht. Und weil der kleine Kanadier nicht alleine hierbleiben kann, muss er mit seinen nichtkanadischen Eltern am Ende des Visums leider mit ausreisen.

Achtung Job Masche

Die Job-Masche

Manche Einwanderungsprogramme sind daran gebunden, ein Jobangebot zu haben. D.h. ein kanadischer Arbeitgeber muss bereit sein, den potentiellen Auswanderer einzustellen. Das ist aber gar nicht so einfach für den Arbeitgeber, denn es gilt: Canada first – auch wenn das nicht so gesagt wird, sondern: Der Arbeitgeber muss nachweisen, dass er keinen Kanadier oder Permanent Resident für die offene Stelle finden konnte. In vielen Fällen benötigt er ein Gutachten der Behörde, dass die Einstellung des Ausländers keine negativen Auswirkungen auf den kanadischen Arbeitsmarkt hat (Labour Market Impact Assessment, kurz LMIA). Dies kostet Geld und Zeit. Das scheuen manche Arbeitgeber. Nun gibt es Leute, die versprechen gegen die Zahlung von ein paar Tausend Dollar einen Job mit allem Drum und Dran zu besorgen. Sie ahnen es, da ist etwas faul.

Abgesehen davon, dass man für die Jobvermittlung hier eine spezielle Erlaubnis benötigt, ist ein Jobangebot alleine noch keine sichere Einwanderung. Und manchmal sind selbst die Jobangebote gefälscht. Offene Stellen finden Sie in der Jobbank Canada oder z.B. bei Indeed.ca.

In Kanada sich selbständig machen.

Die Sich-Selbständig-Machen-Masche

Auch ein beliebter Trick von Leuten, die einem gerne entsprechende Lokalitäten verkaufen wollen oder aus eigenem Interesse Ideen einreden wollen, die nur ihrem eigenen Bedarf dienen. Sie sollen eine Immobilie kaufen, in der Sie dann irgendein Unternehmen betreiben sollen, und schon wären sie eingewandert. Nun haben Sie ja sicher verstanden, dass das Betreiben eines Unternehmens grundsätzlich in den Bereich der Economic Class fällt und daher richtigerweise eine mögliche Einwanderungsschiene darstellt. Allerdings ist es nicht einfach damit getan, ein Grundstück zu kaufen und dann mit irgendeiner Idee loszulegen.

Selbstverständlich gibt es Programme zur Einwanderung für Leute die hier ein Unternehmen gründen möchte. In unserer Provinz Nova Scotia ist für den sog. Entrepreneur Stream aber beispielsweise Voraussetzung, dass man mindestens 150.000 CAD investiert, 600.000 CAD Vermögen besitzt, 3 Jahre Berufserfahrung als Selbständiger oder in leitender Managementfunktion hat und vieles mehr.

Hier ist einiges an Vorarbeit zu leisten, angefangen von einem Besuch in der Provinz zu Erkundung der Marktlage bis zur einem bindenden Businessplan, den man dann umsetzen muss.

Ganz wichtig: Investieren Sie bevor die Absprache mit der Provinz erfolgt, zählt dieses Investment nicht mehr zu der Mindestinvestmentsumme!

Die Ein-Ausreise-Masche

Die Ein-Ausreise-Masche

Grundsätzlich gilt bei einer Einreise als Besucher (visitor visa), daß man 6 Monate im Land bleiben darf (sofern der Grenzbeamte nicht eine andere Zeit vorgibt, was er jederzeit tun kann). Nun meinen ganz Schlaue, sie fahren kurz vor Ablauf dieser 6 Monate einfach mit dem Auto in die USA, drehen um und reisen dann zurück nach Kanada und beginnen erneut 6 Monate. Mal abgesehen, daß das keine Einwanderung ist, was zu vielen Nachteilen führt, wenn man dauerhaft hier leben möchte, muss man sagen, daß das gut gehen kann, aber auch schiefgehen kann.

Das ganze Verfahren nennt sich "Flag-poling" - also quasi um die Fahnenstange herumlaufen. Und grundsätzlich ist dagegen auch gar nichts einzuwenden. Es ist vor allem nicht illegal.

Dennoch ist dieses Verfahren bei den Grenzbeamten nicht sonderlich beliebt. Die Grenzkontrolle wird von einer Behörde abgewickelt, die sich CBSA nennt. Dei Einwanderung (temporär oder pemanent) an sich aber von der Einwanderungsbehörde IRCC. Nun entsteht das Problem, daß der Grenzbeamte quasi die Aufgabe übernehmen muss. Dies zusätzlich zu den allgemein schon aufwendigen Grenzkontrollen mit unter langen Staus.

An manchen Grenzstationen gibt es daher zeitliche Beschränkungen, in denen flag-poling nicht gestattet ist. Informieren Sie sich vorher.


Natürlich sind alle Daten gespeichert und Stempel im Pass. Der Grenzbeamte sieht also, wie oft man eingereist ist. Auf legalem Wege ist eine Einreise nicht möglich, ohne das die Einreise kontrolliert wird. Es gibt kein Durchwinken wie im Schengenraum. Jeder wird kontrolliert. Auch Kanadier.

Folgendes Problem kann dann entstehen: Der Grenzbeamte hat die alleinige Entscheidungsbefugnis. Wenn er kein erneutes Besuchervisum erteilen möchte, kann er dies ablehnen. Insbesondere wenn er feststellt, dass man das Visum quasi dazu missbraucht, um mehr oder weniger permanent im Land zu bleiben. Dies kann neben weiteren Konsequenzen dazu führen, daß man zurück in die USA geschickt wird. Da steht man dann nun – möglicherweise mit seinem eigenen, in Kanada zugelassenen Auto – und darf nicht mehr zurück. Das ist erst kürzlich jemandem hier aus der Nähe passiert.

Vertrauen sie nicht, daß diese Masche immer funktioniert.


Sollten Sie sich dennoch für das flag-poling entscheiden, beachten Sie bitte folgendes:


Ich empfehle Ihnen dringendst, mindestens einen (vielleicht auch mehr) Tag(e) in den USA zu verbringen, bevor Sie wieder nach Canada einreisen. Sie könnten sonst folgendes Szenario erleben:


Teilen Sie dem US Grenzbeamten während der obligatorischen Befragung nach dem Reisezweck etc. mit, daß Sie gleich wieder zurück nach Canada wollen, wird er Ihnen die Einreise in die USA verweigern. Sie bekommen dann eine offizielle Ablehnung. Mit dieser Ablehnung laufen sie bildlich gesprochen um den US-Fahnenmast herum (daher flag-poling) und gehen zurück zum kanadischen Grenzbeamten und reisen wieder ein. Wenn alles gut geht, haben Sie nur ein Problem: Ihnen wurde die Einreise in die USA verweigert, und das bleibt in Ihren Akten. Und wann immer Sie mal in die USA reisen wollen, wird diese Ablehnung immer wieder auftauchen und Ihnen zumindest unangehme Fragen bescheren.


Der Super-GAU entsteht aber, wenn Ihnen der kanadische Grenzbeamte auch die Einreise verweigert. Dann stehen Sie im Niemandsland, denn die Einreise in die USA wurde verweigert und auch nach Canada können Sie nicht rein.


Viele flag-poler gehen daher schon zu Fuss z.B. über den Grenzübergang Rainbowbridge (Niagara Falls).


Daher nochmals der Rat: Verbringen Sie doch etwas Zeit in den USA und kommen Sie dann zurück. Das minimiert das Risiko erheblich.

Die Rentner-Masche in Kanada

Die Rentner-Masche

Auch beliebt und leider genauso falsch, die Rentner-Masche. Es wird Leuten eingeredet, sie könnten als Rentner nach Kanada kommen und dann hier einwandern, da der kanadische Staat ja froh wäre, wenn Leute hier ihr Geld ausgeben und den Jungen keinen Arbeitsplatz mehr wegnehmen. Doch leider ist das falsch. Der Grund liegt in den Rechten des Permanent Resident. Als Permanent Resident hat man im Grunde die gleichen Rechte wie ein Kanadier, mit der Ausnahme das man nicht wählen darf, nicht gewählt werden kann und nicht in Sicherheitsbereichen arbeiten kann, die die Staatsbürgerschaft erfordern. Insbesondere hat der Permanent Resident aber Anspruch auf kostenlose Krankversicherung durch die Provinz. Hier hilft auch nicht, daß man doch vielleicht eine private Krankenversicherung vorweisen kann, die alle Kosten deckt.

Achtung Berater Masche Kanada

Die Berater-Masche

Die Einwanderungsberatung ist in Kanada streng reguliert. Lesen sie hierzu die Seite „Einwanderungsberatung“.

Einwanderungsberatung darf nur Betreiben, wer durch die kanadische Regierung explizit zugelassen ist. Das sind nur kanadische Rechtsanwälte, Notare oder so wie ich, sogenannte RCIC (Regulated Canadian Immigration Consultant).

Allen anderen ist die Beratung untersagt. Daran ändert auch nichts, wenn sie das Angebot anders nennen (Neusiedlerberatung, Umsiedlungsberatung, etc.).

Und das mit gutem Grund. Nichts ist gefährlicher als Halbwissen. Und nur weil jemand seine Auswanderung irgendwie selbst hinbekommen hat, ist er noch lange kein qualifizierter Berater. Oder würden Sie sich von jemand die Mandeln herausnehmen lassen, nur weil er Ihnen weißmacht, er hätte schon selbst eine Mandeloperation gehabt und außerdem auch bei der OP seiner Frau und seiner Kinder zugesehen?

Prüfen Sie ganz einfach, ob Ihr „Berater“ zugelassen ist: https://iccrc-crcic.ca/find-a-professional/ Und wenn nicht, melden Sie ihn direkt der Aufsichtsbehörde. Sie helfen damit andere Menschen vor schwerem Unglück und finanziellem Ruin zu bewahren.

Wahrscheinlich gibt es noch gar viele Maschen mehr, mit denen Leute skrupellos versuchen an Ihr Geld zu kommen, ohne Rücksicht darauf, in welche schreckliche Lebenssituationen sie die Leute stürzen.

Ich freue mich, wenn Sie mir von Ihren Erfahrungen berichten oder wenn Sie Zweifel haben ob Ihr Berater seriös ist. Melden Sie sich. Gerne checke ich für Sie ob da etwas „faul“ ist. Unverbindlich und kostenlos. Es liegt mir wirklich am Herzen, solch unnötige Schicksale zu verhindern. Zudem bin ich gesetzlich verpflichtet, jeden mir bekanntwerdenden Verstoß an die Aufsichtsbehörde zu melden.

Canicon Immigration Consulting Inc.


Als staatlich zugelassener Einwanderungsberater (RCIC) kann ich Ihnen auf vielfältige Weise bei der Umsetzung Ihres Auswandertraumes behilflich sein.

Tom Sydow
Zugelassener Einwanderungsberater in Kanada – RCIC (R534201)
Zugelassener Auswanderungsberater durch Bundesverwaltungsamt

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E-Mail: ObscureMyEmail
Telefon Kanada:
+1 902 932 8024
Telefon Deutschland:
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